EIN ANGEBOT DER NORDHESSISCHEN FACHSTELLEN FÜR
DEMOKRATIEFÖRDERUNG UND PHÄNOMENÜBERGREIFENDE
EXTREMISMUSPRÄVENTION (DEXT)
Das sogenannte „Tradwife“-Phänomen ist ein digitaler Lifestyle-Trend, der sich auf Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube verbreitet. Als „Tradwives“ inszenieren sich überwiegend junge Frauen, die ein idealisiertes Bild traditioneller Geschlechterrollen propagieren: Der Mann als Versorger, die Frau als Hausfrau, Mutter und emotionale Stütze. Erwerbsarbeit, Gleichstellungspolitik und feministische Errungenschaften werden dabei häufig als Ausdruck einer überfordernden Moderne dargestellt, von der man sich bewusst abgrenzt.
Im kommenden Demokratiegespräch Nordhessen am 7. Mai 2026 von 18:00 bis 19:30 Uhr zeigt Sophia Fechter, ausgehend von einer Typologie zentraler Tradwife-Archetypen (u. a. ländlich-nostalgisch, luxuriös, spirituell oder offen antifeministisch), wie diese Inszenierungen ästhetisch, emotional und ökonomisch vermarktet werden.
Zudem richtet der Vortrag den Blick auf die politische Anschlussfähigkeit des Tradwife-Trends für rechtsextremistische Ideologien. Dabei wird gezeigt, dass viele Tradwife-Influencerinnen mit codierter
Sprache und impliziten Deutungen arbeiten, die auch in rechtsextremistischen Diskursen vorkommen.
Sophia Fechter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Demokratiezentrum der Philipps Universität Marburg. Sie hat Politikwissenschaft und Geschichte studiert und einen Masterabschluss in Friedens- und Konfliktforschung.
Die Online-Veranstaltung findet über die Plattform BigBlueButton statt. Dazu wird kurz vor der Veranstaltung ein Link versandt, das Herunterladen einer speziellen Software ist nicht nötig. Die Veranstaltung ist kostenfrei